Liebe Perufreunde,
Die Ergebnisse der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen in Peru
liegen vor: in unserem Top Thema berichten wir über deren Ausgang
und die zwei Kontrahenten der kommenden Stichwahl.
Erfahren Sie ausserddem in unserer Rubrik Kurz und Bündig mehr
über die erst kürzlich entdeckten Geoglyphen nahe der Nazca-Linien.
Zudem gibt es wieder interessante Neuigkeiten von unseren Partnern hier
vor Ort. In unserem Regionenbericht stellen wir Ihnen Trujillo und die
Lehmziegelstadt ChanChan vor, zwei faszinierende Orte im Norden Perus.
Begleiten Sie abschließend in den Reisenotizen unsere deutsche
Kollegin auf eine abenteuerliche Reise in den peruanischen Regenwald!
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Ihre Sünje Fischer
TOP
TOP
THEMA |
Präsidentschaftswahlen: Perus politische
Zukunft noch immer ungewiss
In der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen am 9. April erreichte
keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit. Allerdings stehen nun endlich,
nach einem wochenlangen Auszählungmarathon, jene beiden Anwärter
auf dieses politische Amt fest, die in der zweiten Runde gegeneinander
antreten werden:
Der umstrittene Linksnationalist Ollanta Humala, der für die Partei
Unión por el Perú aufgstellt ist, konnte in der ersten
Runde bereits entscheidende 30,61% für sich und sein Wahlprogramm
gewinnen. Währenddessen lieferte sich der ehemalige Staatschef
Alan Garcia (APRA) lange Zeit ein Kopf an Kopf Rennen um Wählerstimmen
mit seiner weiblichen Kontrahentin Lourdes Flores (Unidad Nacional),
das schlussendlich zu seinen Gunsten ausfiel: Garcia wurde von 24,32%
der Wähler gewählt, während Flores nur 23,81% Stimmen
erhielt. Derzeit ist allerdings noch unklar, wer die Nachfolge des jetzigen
Präsidenten Alejandro Toledo antreten wird.
Humala,
der nationalistische Militarist und Sieger der ersten Runde, sorgte
bereits in den vergangenen Wochen gemeinsam mit seinen engsten Familienmitgliedern
für Schlagzeilen: neben Äußerungen seiner Mutter, die
gegen Homosexuelle gerichtet waren, forderte sein Vater die Freilassung
etlicher Angehöriger der Terrororganisation Sendero Luminoso (Leuchtender
Pfad). Zudem tauchten ihm gegenüber immer wieder Anschuldigungen
auf, Menschenrechtsverletzungen begangen zu haben, die bis zum heutigen
Tag nicht dementiert werden konnten.
Inzwischen hat sich nun auch Venezuelas Staatschef Hugo Chávez
in den peruanischen Wahlkampf eingeschaltet. Chávez, der seinen
gleichgesinnten Kollegen Humala unterstützt, versucht durch Drohungen
die Ergebnisse der Stichwahl zu dessen Gunsten zu beeinflussen. Mit
Hugo Chávez und dem bolivianischen Staatschef Evo Morales schlägt
auch Humala eine globalisierungskritische Richtung ein - auch er lehnt
den Abschluss eines Freihandelsvertrags mit den USA vehement ab. Humala
polarisiert: während die einen ihn als einzig fähigen Kandidaten
sehen, die Situation des Landes zu verbessern, wurde er bei seinem Gang
zur Wahlurne am 9. April in Lima von seinen Gegnern mit Gegenständen
beworfen und beleidigt.
Humalas
Kontrahent Garcia, der bereits zwischen 1985 und 1990 peruanisches Staatsoberhaupt
war, hat unterdessen mit seiner politischen Vergangenheit zu kämpfen:
seine Amtszeit war geprägt von Inflationsraten über 7600%,
einer nach innen gerichteten Wirtschaftspolitik und terroristischen
Aktivitäten der Terrorgruppe "Sendero Luminoso". Vielen
Wählern ist seine Legislaturperiode noch allzu gut in Erinnerung,
dennoch wird er bereits als Sieger der Stichwahl gehandelt.
Zudem wurde am 9. April das peruanische Parlement und das Andenparlament
gewählt: das Andenparlament setzt sich aus den südamerikanischen
Ländern Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela zusammen.
Es vertritt die andine Gemeinschaft aller fünf Staaten, behandelte
Themen sind vor allem überregionale Integration, Drogenhandel und
soziale Bereiche. Bei der Wahl des Kongresses konnte Humalas Partei
Unión por el Perú die meisten Stimmen für sich gewinnen.
Die Stichwahl wird am 4. Juni stattfinden. Bis es soweit ist, flammt
der Wahlkampf und das Gerangel um wichtige Wählerstimmern erneut
auf. Dann wird zwischen den zwei Kandidaten - und damit über die
politische Zukunft Perus - enstchieden.
(Quelle Fotos: www.24horas.com.pe, peru.indymedia.org)
TOP
KURZ
& BÜNDIG |
Neue Geoglyphen bei Nazca entdeckt
Eine
Überraschung erlebte diesen Monat eine Gruppe japanischer Forscher
der Universität Yamagata im Norden Japans, als sie bei der Analyse
von Satellitenbildern hunderte neue Linien entdeckten. Diese sogenannten
Geoglyphen befinden sich nicht weit von den bereits bekannten und weltberühmten
Nazca Linien im Süden Limas, welche zwischen 500 v.Chr. und 600 n.Chr.
- in der Zeit als das Königreich der Nazca dort regierte - entstanden.
Die neuentdeckten Linien ergeben eine Figur von ungefähr 65 Meter,
die laut Forschern ein gehörntes Tier zeigt. Zudem befindet sich
unter den riesigen Geoglyphen ein weiterer Kolibri, der dem der bereits
bekannten Nazca Linien sehr ähnelt.
Die japanische Forschungsgruppe fand die Linienzeichnungen in den Bildern
eines kommerziellen US-Satelliten, die bereits im März aufgenommen
wurden. Derartige Funde wurden zuletzt in den 1980ern gemacht, als der
Pilot Eduardo Gómez de la Torre die Umgebung südlich von Nazca
überflog: aufgrund ihrer überdimensionalen Größe
ist es nur aus der Luft möglich, die Geoglyphen zu erkennen.
Die Nazca-Linien wurden bereits 1939 vom amerikanischen Wissenschafter
Paul Kosok erforscht, dessen Arbeit besonders von der Deutschen Maria
Reiche weitergeführt wurde. Die gigantischen Linienzeichnungen sollen
Astronomen einst als Sonnen- und Mondkalender gedient haben. 1994 wurden
sie von UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt - die Geoglyphen gehören
zu den größten archäologischen Mysterien weltweit.
(Quelle Foto: www.elcomercioperu.com.pe)
Näheres über diese Region im Süden Limas finden Sie auf
unsere Homepage!
TOP
Peru, Chile und Bolivien: Touristische Route wird
Altiplano aller drei Länder verbinden
Ende
dieses Jahres soll die Tourismusroute, die das Altiplano der drei Andenländer
Peru, Chile und Bolivien verbinden wird, fertiggestellt sein: sie wird
sich über eine Länge von 1.826 km erstrecken und auf einer Durchschnittshöhe
von 3.800 Metern über dem Meeresspiegel verlaufen. Dieses Projekt
wurde von den Regierungen dieser drei Länder ins Leben gerufen, mit
dem Ziel, den Tourismusfluss zu fördern und neue wirtschaftliche
Quellen dieser andinen Makroregion z u
erschließen.
Die Route beginnt in Chile, in San Pedro de Atacama, von wo sie nach Ollagüe,
Salar de Coposa, Huasco, Lirima, Colchane, Lago Chungará, Putre
und Visviri weiterführt. Von hier aus gelangt man nach Bolivien,
wo eine kulturelle Route in La Paz und Desaguadero geplant ist. Danach
durchquert man Peru über die Städte Puno, Cusco und Arequipa.
Dieser Teil der Strecke führt vorbei an Thermen, Berggipfeln, Vulkanen
und weltweit einzigartiger Landschaft. 2007 wird die Tourismusroute mittels
Tourveranstaltern unter folgendem Konzept vermarktet werden: "ein
Ziel, drei Länder". Sie soll neben Einheimischen auch europäische
Touristen sowie Besucher aus Asien und Nordamerika anziehen.
Wollen Sie mehr über das Altiplano erfahren? Dann schreiben
Sie uns doch ein Mail oder besuchen unsere Homepage!
TOP
Vulkan Ubinas droht auszubrechen
Der
Vulkan Ubinas, im Departamento Arequipa gelegen, zeigt seit Ende März
erhöhte Aktiviät. Ein Teil der Bewohner der Region Moquegua
musste bereits vor den sporadischen Explosionen und dem schwefelhaltigen
Rauch des Vulkans flüchten und aus der Gefahrenzone evakuiert werden.
In der Region herrscht große Besorgnis: Entweder der Vulkan beruhigt
sich wieder, oder er bricht aus - was passiert, weiß niemand. Die
Regierung schickte bereits Lebensmittel, Zelte, Decken und Medikamente
in das Notstandsgebiet. Weitere Evakuierungen könnten notwendig werden.
Das Interesse von Touristen an dieser Region ist indessen ruckartig gestiegen.
Der drohende Vulkanausbruch des Ubinas lockt als einmaliges Naturschauspiel
mehr Touristen und Wissenschaftler als je zuvor in diese Gegend, die ausländische
Presse ist ebenfalls vor Ort. Die Tourismuschefs wollen die neue Nachfrage
positiv nutzen und gleichzeitig Fuß im Sektor des wissenschaftlichen
Tourismus fassen. So plant man beispielsweise, geführte Touren zum
Zentrum des Forscherinteresses anzubieten und Expertengespräche für
Geologen und Vulkanologen vorzubereiten.
(Quelle Foto: www.ednoperu.com)
TOP
Errichtung von Hängebrücken im Colca
Canyon in Arequipa
Diesen
Monat wurden im Bezirk Tapay, in der Provinz Caylloma, vier Hängebrücken
fertiggestellt. Diese Brücken wurden von der einheimischen Bevölkerung
konstruiert, um vermehrt Touristen in den Colca Canyon zu bringen. Die
Realisierung der Viadukte, die die Dörfer Llatica, Fure, Malata,
Cosñirhua, Palca, Paclla, San Juan de Chuccho und Tapay miteinander
verbinden, erforderte Investitionen in Höhe von umgerechnet 81 Tausend
Euro. Die Arbeiten werden nicht nur zur Integration des Gebiets beitragen,
sondern auch die Bedingungen für den Tourismus verbessern.
Auf unserer Homepage
finden Sie Interessantes zu dieser Region!
TOP
UNSERE
PARTNER |
DoubleTree El Pardo: Junius Restaurant Boutique
feiert 1. Geburtstag
 Am
5. April feierte das zum Hotel
DoubleTree El Pardo gehörende Junius Restaurant Boutique seinen
ersten Geburtstag gemeinsam mit den wichtigsten Agenturen und Unternehmen
Limas. Die Nacht stand ganz im Zeichen des Feierns, wobei Farben und kulinarische
Genüsse in den Vordergrund traten. Die Feier wurde mit einer atemberaubenden
Folklore-Show eröffnet, wie sie hier gewöhnlicher Weise jede
Nacht von Dienstag bis Sonntag stattfindet. Mit seinem speziellen Angebot
positioniert sich Junius als erstes Restaurant Buffet Show in Lima - raffiniert,
gemütlich und in der besten Gegend Miraflores. Der ideale Ort für
Gäste aus dem Ausland, um Folklore, Küche und Handwerk aus Peru
zu genießen. Wir gratulieren unserem Partner ganz herzlich zu
diesem Jubiläum!
TOP
"Peruanisches Unternehmen 2005": Costa
del Sol Hotels weiterhin auf Erfolgskurs
Im
Rahmen einer feierlichen Abendgala wurde der Preis "Peruanisches
Unternehmen des Jahres 2005" an den Gewinner, unseren Partner Hoteles
Costa del Sol, verliehen. Die herausragende Hotelkette
Costa del Sol wurde für ihre exzellente Arbeit - vor allem für
ihren geleisteten Beitrag zur Tourismusentwicklung in Peru - ausgezeichnet.
Wie wir bereits in den letzten Ausgaben unseres Newsletters berichtet
haben, zählt das Unternehmen derzeit mit Aktivitäten in Tumbes,
Piura, Chiclayo
und Cajamarca.
Seine Hotels stehen für hohen Standard und ausgezeichneten Service,
moderne und großzügige Anlagen, wodurch sie sich als führende
Hotelkette im Norden Perus positionieren konnte. Zudem erhielt Costa del
Sol erst kürzlich den Zuschlag für den Bau des ersten Flughafenhotels
am Internationalen Flughafen Jorge Chávez in Lima.
Wir gratulieren unserem Partner sehr herzlich und wünschen weiterhin
so viel Erfolg!
TOP
Hotel Las Dunas steigt in 4-Sterne-Kategorie
auf
Das
Hotel Las
Dunas Sun Resort befindet sich auf dem Weg in die 4-Sterne-Kategorie.
Um die dazu notwendigen Verbesserungen der Infrastruktur durchzuführen,
werden im Laufe dieses Jahres vermehrt Invstitionen getätigt werden.
Bereits im vergangenen Jahr wurde in den Bau eines Multifunktionsraums
und die Erneuerung der Zimmer investiert. Durch diese Veränderungen
ist es dem Resort künftig möglich, seinen Gästen neben
dem bereits breitgefächerten Angebot noch höheren Komfort und
exklusiveren Service zu bieten.
Wir wünschen viel Erfolg bei der Verwirklichung dieser Pläne!
TOP
Religiöses Peru - eine Reise zu den schönsten
Heiligtümern mit Domiruth
Unser
Partner Domiruth
hat für alle Kulturinteressierten eine ganz besondere Reise ins Angebot
aufgenommen: diese 12-tägige Perurundreise führt Sie zu den
schönsten Heiligtümern der Inka und des Christentums. Sie beginnen
das Programm in der Hauptstadt Lima, wo Sie eine religiöse City Tour
machen. Weiter geht es nach Ayacucho, Perus religiöser Hochburg:
hier haben Sie die Gelegenheit, heilige Stätten aus der Zeit der
spanischen Eroberung zu besichtigen. Danach führt Sie die Reise weiter
nach Cusco und Machu Picchu, wo Christentum und Inkakultur aufeinander
treffen! Wenn Sie Peru einmal anders erleben möchten, finden Sie
mehr Informationen zu diesem Angebot auf unserer Homepage!
TOP
AUS
DEN REGIONEN |
KÜSTE: Trujillo und ChanChan - Kultureller
Höhepunkt im Norden Perus
Die
meisten Besucher erkunden Peru auf einer Reise in den Süden, die
sie zu den klassischen Sehenswürdigkeiten wie Machu Picchu, den Nazca
Linien und an den Titicacasee führt, doch Peru hat noch vieles mehr
zu bieten! Zum Beispiel lohnt sich ein Abstecher in den Norden des Landes,
nach Trujillo, einer der schönsten Städte Perus.
In Trujillo scheint fast das ganze Jahr über die Sonne - der Grund,
wieso sie auch Stadt des "ewigen Frühlings" genannt wird.
Trujillo ist mit seinen 620.000 Einwohnern nach Lima und Arequipa die
drittgrößte Stadt Perus. Die Hauptstadt des Departamento La
Libertad befindet sich 561 km nördlich von Lima, von wo aus man die
Küstenstadt nach einer 8-stündigen Busfahrt erreicht.
Die Stadt, die im Tal des Río Moche eingebettet liegt, wurde 1534
von Diego de Almagro zu Ehren der spanischen Geburtsstadt Francisco Pizarros
unter dem Namen "La Villa de Trujillo" gegründet, ihre
Geschichte reicht allerdings viel weiter zurück: schon um 200 n.Chr.
lebten hier die Mochica, eine Kultur die der Nachwelt gewaltige
Bauten hinterließ. So ist es für jeden Besucher Trujillos ein
Muss, die nahegelegene Sonnen- und Mondpyramide (Huaca del Sol y Huaca
de la Luna) zu besichtigen. Die Sonnenpyramide stellte einst das größte
präkolumbianische Bauwerk Perus dar. Hinsichtlich ihrer Größe
weniger spektakulär, steht die Mondpyramide ihr nichtsdestotrotz
um nichts nach - im Gegenteil: besonders interessant ist ihr Inneres,
das Keramiken, wertolle Metalle und wunderschönen Fries beherbergt.
Laut Funden soll sie dem Totenkult geweiht worden sein. Die beiden Huacas
wurden aus Millionen von Adobeziegeln errichtet und dienten als Schauplatz
für Zeremonien. Neben diesen heiligen Stätten verewigten die
Mochica ihre Kultur in Keramiken, die vor allem erotische Darstellungen
thematisierten.
Diese
Kultur wurde ca. 1000 n.Chr. von den Chimú abgelöst,
deren wohl bekannteste Hinterlassenschaft ChanChan ist: die größte
Lehmziegelstadt der Welt. Die Hauptstadt des Chimú Reiches war
in verschiedene Ciudadelas unterteilt, die vermutlich als Wohnbezirke
bestimmter Berufsgruppen, Palastbezirke, Kasernen oder Lagerkomplexe dienten.
Dieses Areal wurde durch eine bis zu 12 Meter hohe Stadtmauer begrenzt.
Die Chimú war eine hochentwickelte Kultur - das musste sie wohl
sein, um diese spektakulären Bauten zu errichten. Im Gegensatz zu
ihren Vorgängern, den Mochica, bestanden ihre Handwerke weniger aus
Keramiken, sondern aus Metall: charakteristisch für die Chimú
sind ihre besonders feinen Goldschmiedearbeiten.
Trujillo
vereint mit seinen beeindruckenden Bauwerken die präkolumbianische
Kultur der Mochica und der Chimú mit prächtiger Kolonialarchitektur
aus der Zeit der spanischen Eroberung. Zudem hat hier der peruanische
Nationaltanz Marinera seinen Ursprung. Ein Besuch empfiehlt sich
besonders im Frühling um den 21. September, wenn hier das Festival
de Primavera mit Umzügen und Stierkämpfen stattfindet.
Wenn Sie neugierig geworden sind und noch mehr über diese Region
erfahren wollen, schreiben
Sie uns einfach oder besuchen Sie unsere Homepage!
TOP
REISENOTIZEN |
Einmal Tirol und zurück
Es
ist eins in der Nacht. Wir stehen im Städchen La Merced und warten
auf unseren Kombi. Neun Stunden Busfahrt haben wir seit Lima schon hinter
uns, und wir ahnen nicht, dass uns nochmal soviel erwartet. Diesmal jedoch
in einem unbequemen alten 12-Sitzer, ohne Kopflehne, ohne Schlaf und ohne
asphaltierte Straße. Zu elft haben wir uns aufgemacht nach Pozuzo,
der einzigen österreichisch-deutschen Kolonie in Peru´s unwegsamem
Urwald.
Endlich kommt der Kleinbus und wir schnallen unser Gepäck aufs Dach.
Luis, der Fahrer, ist nur etwa einssiebzig und hat ein minenloses Pokerface.
Er spricht kaum, doch seinen Kombi hat er im Griff. Nach unserem anfänglichen
Übermut macht sich nun doch Stille breit in der Truppe. Ich sitze
vorne auf dem Beifahrersitz und mir kommt auf einmal alles sehr unwirklich
vor: von einem Moment auf den anderen ist es stockfinster und wir sind
fernab der Zivilisation. Im Scheinwerferlicht flackert der Urwald vorbei,
Zweige peitschen gegen die Windschutzscheibe, und rumpelnd bahnt sich
der Kombi seinen Weg durch Schotter, Schlaglöcher und Schlamm.
Als
nach stundenlangem Dösen mit steifen Gliedern endlich der Tag anbricht,
befinden wir uns in einem engen Tal, tief unter uns ein wild-reißender
brauner Fluss. Es ist der Pozuzo, was soviel heißt wie Salzbach,
und auch wenn es uns so vorkommt, als bliebe die Zeit stehen, während
wir immer tiefer in das Herz des peruanischen Dschungels vordringen, erreichen
wir das Tirolerdorf doch gerade recht zum Frühstück.
Beim Dorfwirt Andreas Egg, einem Nachfahren des Pfarrers Josef Egg, der
1857 die Gemeinde Pozuzo in dem fruchtbaren Tal gründete, lassen
wir uns auf deutsch mit tiroler Akzent die Geschichte der Kolonie berichten.
Wir bestellen Brot mit Spiegelei und Käse, gebratene Bananen und
Yuca und einen frisch gepressten Papaya-Saft nach dem anderen. Den "Strammen
Max" auf der Speisekarte ignorieren wir, lieber melden wir uns Im
Gasthaus von Andreas´ Schwester Maria gleich noch für den Nachmittag
zu Kaffee und Streuselkuchen an, dann fallen wir in der Mittagsschwüle
in die kühlen Betten unseres Hostals.
Den
Abend verbringen wir mit einem französischen Rollenspiel und Bier.
Draußen prasselt der Regen nieder.
Als wir am nächsten Morgen zum Wasserfall Delfin wandern, lässt
die Sonne das Tal in allen Grünschattierungen glitzern und dampfen.
Wir müssen eine gute Stunde teils barfuß den matschigen Berghang
hoch, vorbei an Ameisenstraßen, Papageienbäumen und Kuhweiden,
vorbei an lianenverschlungenen Gewächsen und vorbei an einer fast
klassischen Alm mit einer nicht ganz so typischen "Jausenstation".
Doch der Aufstieg hat sich gelohnt: in Unterhosen und Bikinis toben zwei
Peruaner, fünf Franzosen, eine Amerikanerin, eine Schweizerin , eine
Österreicherin und eine Deutsche dann ausgelassen unter der zig-Meter
hohen Catarata, bis sie rote Schultern haben.
Später machen wir uns auf den Rückweg nach Lima - eine wahre
Odysee. Gegen Mitternacht können wir an einer Baustelle mitten im
Wald nicht weiter. Es hat einen Erdrutsch gegeben, sagt uns der Mann,
der in seinem Bagger schläft. Wir müssen zurück und über
einen Umweg nach La Merced. Als wir gegen fünf Uhr morgens fast dort
angekommen sind, müssen wir erst noch einen Bach durch - dann endlich
Teerstraße und für vier Stunden in ein Hotel. Wir verabschieden
uns von Luis, unserem Fahrer. Insgeheim ist er der Held dieser Tour.
Tagsdrauf mit dem Komfortbus nach Lima - nochmal zwölf Stunden.
Ein reißender Bach hat gute 100 Meter Straße zerhackt und
in den Fluss gespült...
An der Stelle, wo Jeeps und Bagger die Autos durch das beinhohe Wasser
ziehen, herrscht Volksfeststimmung, und ich muss an "Hau den Lukas"
denken. Welche Fahrtrichtung zieht mehr Autos durch, bevor die freche
Gegenseite wieder eine Lücke findet und sich in den Fluss reindrängt?
Einer der Gaffer regt sich auf und schimpft und gestikuliert wie ein passionierter
Fan nach einem verpatzten Tor, andere lachen und schießen Fotos.
Die Bauarbeiter, die vorerst nun doch nicht an der neuen Brücke weitermachen,
weil es einen Pfeiler weggerissen hat, die Baggerfahrer und Abschleppseilverkäufer
- alle gehen währenddessen routiniert ihrer Arbeit nach und helfen
den Leuten durch den Wildbach. Ich find sie toll - Peruaner wie Pozuziner-
und werde dieses Abenteuer nie vergessen.
(aufgezeichnet von Simone Kuhnt)
|
Für mehr Informationen schreiben Sie uns einfach eine Email
an info@peruline.de
|
|
Sie hatten ein besonderes Erlebnis in Peru und möchten davon
berichten? Gern veröffentlichen wir Ihren Reisebericht. Schreiben
Sie uns bitte an info@peruline.de.
|
TOP
WUSSTEN
SIE, ...? |
... dass es am Wochenende vor der Präsidentschaftswahl in ganz
Peru verboten ist, Alkohol zu verkaufen und auszuschenken?
... dass Peru das einzige Land ist, in dem die Maca kultiviert wird -
eine Wurzel, der eine potenzsteigernde und aphrodisierende Wirkung nachgesagt
wird?
...dass in Cerro de Pasco, im Hochland Perus, das höchstgelegene
Kohlebergwerk der Welt liegt? Die Stadt selbst befindet sich auf 4.330
und erhebt den Anspurch, die höchste Stadt der Welt zu sein.
TOP
WIR
ÜBER UNS |
peruline ist der touristische Informationsdienst
rund um Reisen nach Peru, der von zahlreichen touristischen Unternehmen
unterstützt und finanziert wird. Unsere Arbeit dient sowohl den Produkten,
als auch dem Land selbst.
Unsere Serviceleistungen auf einen Blick:
- CallCenter in Deutschland: Tel.: 0851-7565644; Telefax: 0851-7565651
- Hilfe bei der Zusammenstellung von Rundreiseprogrammen info@peruline.de
- Informationen zu Hotels, Lodges und Sprachschulen
- Tipps für Reisen nach Peru mit vielen nützlichen Links auf
unserer Homepage www.peruline.de
- Organisation und Durchführung von Pressereisen
- Bildarchiv
Unser monatlicher Newsletter informiert Sie über aktuellste Neuigkeiten
aus Peru. Diesen Monat hat Claudia Emsenhuber den Newsletter für
Sie zusammengestellt. Falls Sie Anregungen und Vorschläge für
unseren Newsletter haben, freuen wir uns über
Ihre e-mail.
Für weitere Informationen, Tipps beim Zusammenstellen von Peruprogrammen
oder Kontakten zu unseren Partnerunternehmen stehen wir Ihnen jederzeit
gerne zur dasVerfügung.
Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!
Besuchen Sie auch den touristischen Informationsservice für Ecuador
www.ecuadorline.de
und für Bolivien www.bolivialine.de.
Mit herzlichen Grüßen aus Lima,
Ihre Sünje Fischer
peruline
TOP
|